Anlässlich des heutigen Vortrages einer Referentin aus dem Hause AUDI kam klar rüber, dass nur die Unternehmen überleben werden, die es schaffen, eine Kultur mit menschlichen Werten zu leben.

Was heisst das genau? Eine Kultur zu leben bedeutet, dass die Führungsebene ihre Softskills dringend entwickeln muss, dass es eben nicht mehr reicht, nur mit fachlicher Kompetenz zu führen. Das Kader muss/darf in Workshops mit seinem Team herausfinden, welche Kultur sie im Speziellen für ihre Abteilung leben wollen, dass jede/jeder sich bei der Arbeit wohl fühlt, motiviert ist und ihren/seinen Beitrag zum Ganzen leistet. Denn es fehlt laut einer Umfrage im Audi-Werk vor allem daran (und Audi steht hier bestimmt stellvertretend für ganz viele Firmen), dass Vorgesetzte zu wenig bis gar keine Wertschätzung geben. Und deshalb das Team frustriert ist, sich nicht zugehörig fühlt und nicht seine Leistung bringen kann.

Obwohl Audi heute immer noch einer der beliebtesten Arbeitgeber ist, weiss die Führung, dass sie sich Chefs mit autoritären Führungsstile nicht mehr leisten können, denn so geführt zu werden, wird von den MitarbeiterInnen immer weniger toleriert, insbesondere auch durch die jüngeren Generationen und die fortschreitende Digitalisierung.

Weiter steht im Führungsleitbild von Audi:

  • Mut zur Verantwortung. Unternehmerisch und integer handeln (Selbstverantwortlich werden)
  • Stärken stärken. Mitarbeiter fördern und fordern (da muss man zuerst seine Stärken und Schwächen kennen)
  • Vertrauen setzt Kräfte frei. Zutrauen und delegieren (also Kompetenzen an die Mitarbeiter weitergeben und ihnen vertrauen)
  • Mein Verhalten zählt, Vorbild sein (Führungskräfte werden über die Vorbildwirkung gemessen und entlöhnt)
  • Fehler auf den Tisch. Mit Fehlern umgehen (konstruktiv, um davon für die Zukunft zu lernen)
  • Audi (oder stellvertretend für eine andere Firma). Ein Ziel. Projekte und Prozesse (sich auf eine Sache konzentrieren)
  • Querdenken erwünscht. Innovation leben (Verbesserungsvorschläge ernst nehmen, wertschätzen und honorieren)

Spannend war auch die Frage, wie es gelingt, Kultur zu messen und als Grösse für ein Mitarbeiterziel zu definieren, da in Zukunft MitarbeiterInnen danach entlöhnt werden, ob sie Werte leben oder nicht.

Die alten Führungsstrukturen haben ausgedient. Es ist Zeit, wieder die Menschlichkeit in die Arbeitswelt zu bringen und sie zu leben. Zum Glück…

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